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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
Seite
346
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I. Vom Erhabnen.

sichtlichen Gegenständen wahrnabmcn. Es giebt unsmit Einem Viel", mächtig-fortwirkcnd, indeni csi) den Faden unsrer gewöhnlichen Vorstellungen zer-riß, 2^ uns hoher unch höher hebet; indem es 3 )uns in Labyrinthe führt und glücklich hinausführt,und 4) froh vollendet. Mithin ruht das wahre Er-habne eigentlich im ganzen progressivenWerk des Dichters. Wer sich, bei Milton z. B.,in, Vocgrundc seines Gedichts, in der Hölle ver-weilt, und in ihr das Pandamonium, die Brückeüber das Ehaos, die Gestalt der gcfallncn Geister,ihren Sturz, ihre kühnen Entschlüsse nicht genugbewundern kann, ohne die untergeordnete Stelle zubemerken, die dieser Abgrund im ganzen Kunstbaudes Dichters entnehmen soll, wie fern ist er vomwahren Erhabnen Miltons, dem biefi Fürchter-liche, Traurige, Graufendc einer kalten und kühnenVerzweiflung nur dienet. Wer bei Klop stocksich nur an Judas und Philo, an Engel und Teufelhalt, ohne das Hauptgebilde des Dichters zu bemerken,den göttlichen Menschen, der durch Gesin-nungen und Uebcrnahme für sein Geschlecht sich dasVerdienst errang , ein allbeglückender M ensc he n-gott zu werden, wie fern ist er vom wahren Er-habnen des Dichters! Wer beim Drama das Dra-ma vergißt, d. i. die entsprungene, fortgchcnde,sich aus der Verwicklung auflösende, Furcht undMitleid erregende Handlung; dagegen aber an Sen-tenzen, an malerischen Situationen, an einzelnenCharakteren haftet; wie fern ist er vom ErhabnenSophokles und Shakcspcars! Wer in Gedichtenreine Objektivität" verlangt, wenn sie auch ganzohne Wirkung auf unser Subjekt wäre, oder un-