I. V o m Erhabne n.
p!üe als Dichtkunst. Selbst der Mathematik ist ihrUnendliches nur die immer mehr zurückweichcndeGrenze gegebner Verhältnisse, nie dasabsolute Null, weder im Unendlich'.roßen noch Un-endlichkleinen. Im absoluten Null wie im absolutenAll ist nichts meßbar. Ware Jemand so hoch ge-stiegen, daß er „nur das Schlechthin-, dasaußer allem M a a s Große" e r habe n nennte,und sich „die Unerreichbarkeit der Natur alsDarstellung ihrer Ideen" dachte; der Uner-reichbare hätte der Kunst sowohl als der Natur ent-saget : denn das Unerreichbare gicbt keine Darstel-
lung , und das außer allem Maas Große hat keineGröße.
rc,. Offenbar entspringt die Irrung aus einerMißnahme des Mediums, wodurch diese Künstewirken, seyn es Worte oder Töne. Glaubte maneinerseits, daß Worte stehende Formen hervorbringcnkönnen, so erschuf man sich das Hirngcspinnst einersogenannten „reinen Objektivität der Poesie," dasman griechische Form nannte, und das zuletzt aufein steifes hölzernes Woctgcrüst hinausgcht. OhneTbeilnahme hört man die Hammerschläge einen Bauerschaffen, der nie ganz vor uns sieht, bei dem wirder Muse danken, wenn der letzte Hammerschlagaustönet. Ist dies; griechisch? In Homer lebenalle Bilder dergestalt, daß er selbst seine Gleichnissein Bewegung setzt, jeder Zug ist ein Hauch seinesMundes; daher kein Künstler, der die Grenzenseiner Kunst kennet, auch wenn er aus Homermahlt, gelüsten wird nach Homer z» mahlen undmit ihm im Punkt dieser fortschreitenden Energie