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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
Seite
343
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8 . Daß keine dieser Energien des Erhabnen

ebne Maas bewirkt werden könne, ist durch sichselbst verständlich. Die Erste bricht das gewohnteMaas und gicbt ein Neues; die zweite legt neueMaaße an und macht sie wachsen und wachsen; diedritte verwirrte die Maaße,. indem sic uns überra-schend ein neues darbeut, das endlich uns dem völ-ligen Maas, der Vollendung znführt. Sich u,,cndeine Kunst oder Empfindung der menschlichen NaturMaas - und Grenzenlos denken, zerstört all' Kunst,wie alle Empfindung, geschweige die Ton-und Dicht-kunst, deren Wesen das Maas ist, wie alle ihreBenennungen (nmtruin, inoäi, Modulation,Rhythmus, ^5X05, u. f.) sagen.

9.Gicbts aber nicht ein Unendliches,Uner meßbares in allen Künsten des Schönen,geschweige des Erhabnen ?" Allen Wissenschaftenund Künsten liegt ein solches zum Grunde; sonstkönnte kein Maas daran gelegt werden; selbst dieMathematik hat ein Unendliches vor sich, an wel-ches sie aber durch Zahl und Zeichen Maas leget.Unterließe sic dieß, so hörte ihr Begriff auf; nichtminder hörten Zeichnung und Bildung, Tonkunstund Sprache auf, wenn sie nicht, Jede in ihrerAct und mit ihren Maaßen, dem UnermessenenUmriß, Schranken, Bestimmung, Maas gaben.Der leere Ausruf:0 wie unendlich! ganz uner-meßlich!" verrath eben den Unkünstler, der ihmkein Maas zu geben wußte. Der Witz, der sichmit sogenannt-erhabnen Antithesen in die Sprachedrangt, um durch Gegensätze das wahre Maas zuvernichten, ist so wenig ein Genius achter Philoso-