I. Nom Erhabnen.
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Wenn nach Longin die Erregung der Leiden-schaften auch eine Quelle des Erhabnen ist, so hatdie Verkündigerin und Errcgerin der Leidenschaften,die Musik, unstreitig daran Antheil: denn ohneWorte schon, wer horte nicht Tone und Tongange,die sein Innres aufricfen, festhielten, erhoben, zer-schmelzten? Das Einfachste war auch hier jederzeitdas mächtigste; und mit größerer Macht kam eswieder. In Wenigem, oft mit einer Pause, gabenTönt und Tongange so Viel; am Zartesten hingoft das Stärkste. Und wenn die Musik von Wor-ten unterstützt ward, wer kennet nicht die Kraftalter Kirchen - und Nationalgcsange, deren Erhab-nes von keiner jüngeren Kunst erreicht, geschweigeüberiroffen ward? Musik also auch in wortlosenTönen hat ein Erhabnes, das keine andre Kunsthat, als ob sie, eine Sprache der Genicen, un-mittelbar an unser Innerstes, als an einen Mitgeistder Schöpfung spräche.
Die Dichtkunst ist ihre Zwillingsschwestcr;aus allen Regionen, (die Region des Verstandesund der Vernunft nicht ausgeschlossen) erhebt siedas Schöne.z-um Erbabnen und gestaltet das Er-habene zum Schönsten. Denn da alle Formen derSinne und Gefühle, von der Phantasie belebt, mitallen Kräften musikalischer Bewegung ihr zu Gebotstehen; so schwingt sie sich hin, wohin keine Kunsteinzeln gelangen konnte, und giebt dem Undingeselbst Formen.
Man hat also Gattungen des Erhabnen nachden verschiedncn Arten der Dichtkunst aufgczahlet,