I. Vom Erhabnen.
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IV. Die Künste, in denen sich das Erhabnedem Anblick offenbaret.
Die menschliche Kunst schritt der hohen Natur
nach.
i. I n d e r B a u k u n st. Wer wölbte dieseFelsen? wer hob diese Obelisken aus ihren Klüften?Und thürmte diese Pyramiden empor, deren Schat-ten selbst Ehrfurcht gebietet? Nicht zu tausendkleinen Beguemftchkeiten wurden sie errichtet, sondernzu Einem Zweck; in ihnen herrscht bei den ein-fachsten Verhältnissen E i n Gedanke. Deshalb ge,ben sie dem Sinn den Eindruck des Erhabnen, ob-wohl nicht immer dem Verstände, sofern er Mittelund Zweck gegen einander berechnet. Ein Erhabnesaus der Kindheit der Welt sind sie, uns hohe Machtund ewige Absicht, wenn gleich nicht immer auchWeisheit und Güte zeigend.
Die griechische Baukunst verband ihr Eins mitVielem verständiger, Heller, leichter, schöner. Woder Eindruck des Einen mächtiger ist, wird unsdas Gebäude erhabner: wo das Viele uns
mehr beschäftigt, schöner. Nach Zweck und Stel-le gebührt Jedem sein Maas; keins ist ohne dasAndre. In keinen Tempel, in kein Bad, fast inkein Columbarium der alten Griechen und Römertreten wir, ohne diesen Eindruck nach Zweck undMaas. Die Säule ist ein Exponent des Verhältnis-ses zwischen beiden: das Gebäude selbst aber in al-
len seinen Theilen spricht mehr und etwas anders