Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
Seite
330
Einzelbild herunterladen
 

I. Vom Erhabnen.

u. a. Worte, Dichtungen, Gebrauche bezeugen;*)sondern die Physik und Metaphysik selbst mußte inihren Bezeichnungen dem großen Naturproceß,der Hohe und Tiefe schied, folgen. Der Glaube desVolks endlich, daß was oben ist, feiner Natur nachvortrefflich, göttlich und selig sey, ist fast unaustilgbar.

4. Da die Höhe ein Maas fordert, so zeichnetdie Natur uns im Universum dies selbst vor. WelchMaas ist bestimmter, als der Lichtstrahl? welche Formfester und prächtiger als das himmlische Gewölbe?Unsre Stirn erheitert sich, wenn der Blick sich zuihm erhebt; umsasscndfrey und licht werden unsreGedanken. Die Bahn, die der hochschrcitcude Hy-per io n, die Sonne, in den Wüsten des Aethersgeht, der stille Pfad, den in den Gefilden der NachtSelene wandelt, die unmerkliche und doch anschau-liche Bewegung der Gestirne um den unbeweglichenWellpunkt, sammt dem Auf- und Niedergehn derSterne des Thicrkreises, und mit ihnen der Jahrs-zcitcn, sind uns Erdebewohnern das reinste Maaseiner hohen Zusammenfassung der Dinge, der sichtbargewordncn Weltordnung. Die Kräfte, mit de-nen die Himmelssphaie, auf das Niedre wirkt, sinduns das höchste Bild erhaben - stiller Ein-wirkung.

*) Die vielen Namen der Götter und des Göttlichen,die im Griechischen mit (hoch) ansangen, dieVerehrung der Berge, die Darstellung der Götterund Helden in kolossaiischer Gestalt, die ganze Ab-scheidung der Welt in den Olymp, Tartarus u. f.beweisen den Hochsinn der Griechen, ihre Hochach-tung für Höhe und Hoheit.