I. Bom Erhabnen. 329
Unsre Höhe, der Sitz unsrer edelsten Vermögenist das Haupt, mit ihm schauen wir umher undmessen Höhe und Tiefe,*) Dies Hochgefühlin unsrer erhabnen Gestalt ist der Charakter derMenschheit.
2. Vor unserm Auge also scheidet sich die Na-tur in Höhe und Tiefe, Himmel und Erde.Das Schwere, Gemischte, Trage sinkt und liegt;das Geistige, Leichte, Kräftige steigt empor, so daßoben Licht und Reinheit herrschen, wenn Dunkel daSNiedrige deckt und in ihm das Unreine, Schwere sichsammlet. Diese Zusammenfassung und Sonderungder Natur, die Himmel,und Erde, das Lben-herab - Wirkende und Nieder - Erwirkte vor unfernAugen scheidet, hat unserm Blick Hochachtungfür das, was hoch ist, geboten. Die Höhe, reinund mächtig, blickt weit mnhec, alles Niedere um-fassend, erleuchtend, befruchtend segnend.
3 . Dies uns angebohrne Hemisphar derWelt tragen wir in die menschliche Seele. Wasin ihr hell und rein, viclumfassend und ssillwohltha-kig ist, halten wir von himmlischer Art, heben es indie Region des Lichts und der Gestirne, als boch-wandelndcr, mächtig - wirkender, segnender Kräfte.Nicht nur die Mythologie aller sinnlichen Völker bliebdieser Verehrung der Höhe treu, wie unter Griechen
*) Haupt kommt von heben und heißt Höhe, daKOberste, Vortrefflichste. Das Wort hoch (hob!)selbst ist ein Nalurlaut, die Bewegung auswärtszu bezeichne».