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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
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Von Kunst

se ist das nutzloseste Ding, das sich statt der Kritikeinschleichcn mag, dem Gepriesenen selbst aneckelnd.Setzt vollends der Kritiker sich vor den Gepriesenenhin, uni an seinem Werk eine unerhört-neue Theo-rie für alle künftigen Werke ähnlicher Art auszusin-dcn, worauf unterm Artikel Genie diekritische Kri-tik " selbst weiset: wie schülerhaft wird dies Excr-

cicium vorm Angesicht des Meistenverks, das dazunicht erschaffe» ward, und für den nachahmendcnHaufen wie verführend! Die Gepriesenen der Gott-schcdisch - Klohischen Schule, wo sind sie jetzt? Diekritische, kraft ihrer Postulake, neugeschaffene Idoleder kritischen Schule, wo werden sie bald stehn?Das Reich der wahren Kritik ist nur Gin Reichdurch alle Zeiten ; Aristoteles und Lessing rücken dichtan einander, und ernsten Schrittes geht die Kritikfort unter den Völkern. Der Halbtheorist wird ver-gessen; der großäugige Bewundrer siebt in kurzemda, wie am tobten Meer Loths Weib, die Salzsäule.

4. Werken des Charakters gebührt die-selbe .pochachtung, die dem Genius zukommt: dennauch im Charakter wohnt Genius, edler Trieb, Be-geisterung. Begeisterung mit Weisheit gepaart, un-verkennbare Güte, zum Wohl der Menschen vonEinsicht und Klugheit begleitet, gebietet Hochachtung.Die Kritik, der Alles ein Spiel ist, spielt mit demErnstesten am liebsten.

Sind dies der Kritik Pflichten, was hat beiihrer Vernachlässigung die Nation für Mittel dage-gen ? Ernste Mittel: denn so wenig ihr ein fal-

sches Maas und Gewicht gleichgültig sevn kann undsoll, so wenig soll ihr in Gcisteswerkcn ein Maas