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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
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Von Kunst

scrm Geschmack ? Der kritische Geschmack, auf demAllcS steht, behauptet selbst von sich, daß er aufnichts stehe, sondern ein Spiel sey; ein Spielge-schmack aber, ein vornehmer Schemen, auf dem Al-les ruht, ist der leichtfertigste, mithin der schlechtesteGeschmack von allen.

Holde Gabe, wem sic verstehn ward, und wersie von Jugend auf rein und allgemein, und richlia,und leicht, und ernst auszubilden strebte, Geschmack!feinster Fade» im Gürtel der Grazien sowohl, alsim Schleier der Musen. In allem lehrt der Ge-schmack Uebertreibungen mildern, Superlativen ver-meiden, thorichtcn Antipathiecn entsagen, schwär»inenden Sympathiecn entweichen, neben dem Lichtauch den Schatten, der jenem aufhilft, erkennen unddulden, allenthalben aber den Punkt treffen, durchden uns Alles licht und leicht wird. Was das schnel-le Erfassen des Wahren dem Verstände, was dieRegung des moralischen Gefühls dein Wille», istzwischen beiden in 'Ansehung des Schonen und An-genehmen sowohl in Empfindung als Ucbung derGeschmack, d. i. die leichte und sichre Eomprc-hcnsion desselben im feinsten Punkt seines Reizes.

HI. Kritik.

Genie erschafft, Geschmack kostet, Kritikurtheilt. Mithin will sie Gründe des Urthcils;sie setzt einen Zweck dcs Werks voraus und halt

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