„wie das Laster der Trunkenheit den Spartanischen„Knaben an Sklaven gezeigct. Früh lehrte man„mich in jeder Sache den lichtesten Punkt finden,„in jeder Ucbung die leichteste Weise frei und frob„treiben." Wer von diesem Glück nicht sagen kann,vielmehr seinen Geschmacks-Becher lange und lang-sam von Hefen läutern mußte, der komme andern,er komme der Jugend zu Hülse, für sie ihn zu läu-tern.
2. I n nichts sey Unge sch mack er-laubt, weder in Werk noch Lehre, weder in Wis-senschaft noch Uebung. Gs ist selbst Geschmacklos,wenn man Materien des Geschmacks absondert undsich damit ein großes Reich des Ungcschmacks Besitz-mäßig vorbehält: denn da Geschmack kein Rcdcziec-rath, sondern die ganze Art ist, eine Sache anzuse-hen, ein Geschäft zu behandeln; so sind Geschmackoder Ungeschmack untrennbar von uns im Kleinstenund Großesten; Eins oder das Andre müssen wirzeigen. Kein Buch also sollte Geschmacklos geschrie-ben seyn, wovon es auch handle; Euklids Ele-mente, Newtons Principien, la Place Werkesind ihrer Art nach im größten Geschmack, Käst-ners mathematische Schriften mit eben dem treffen-den Geist, wie seine Vorlesungen und Epigraminegeschrieben. Kein Ungeschmack im Vortrage sollte er-laubt seyn: denn jede falsche, dunkle, nebelhafte
Jdeenverbindung, jedes lahmende Gedanken- undWortspiel hat Geschwister, Nachbarn, Freunde.Kein Geschmackloses Buch sollte der Jugend in dieHände gegeben werden, auch bei dem reichsten In-halt desselben: denn je mehr sie an diesem hängt,