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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
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Von Km, ft

Malerei, bei Tanz und Nomancn Geschmack nöthigoder möglich sei); da wir doch offenbar sehen, doßder anmaaßendste Kunstkenner und Gcschmackskramerdieser Künste der abgeschmackteste Mensch in seinerLebensführung, ja in der Weise selbst seyn könne,in der ec diese Kennerschaft anbringt. , Wer Por-tier und Pompeji sah, der weiß, daß die Grie-chen Geschmack in Allem übten; im kleinstenHausgerath, in den Gräbern selbst ist er sichtbar.Und so sollte kein Volk, kein Stand, kein einzelnerMensch sich des Geschmacks rühmen dürfen, dernicht in Allem, was von ihm abhangt, Geschmackzeiget. In mancher armen Hütte wohnt der Ge-schmack angenehmer, als im überladnen Pallast; ineiner anständigen Kleidung kann er sich edler zeigen,als im buntsten Flitterstaat; an einer einfachen Ta-fel reizender, als beym Krönungsftst des römischenKaisers.

Kann und soll also Geschmack in Allem herr-schen, was mit eigengefühltcr Lust und Wahl zurSphäre unsrer Wirksamkeit gehört, 'so treten hiemitsogleich alle fernher erborgten fremdenKünste Seitwärts, sobald sie nicht mit Ge-schmack, d. i. mit Anwendung auf unfern Lebcns-krcis angenehm und würdig gebraucht werden. DeinGriechischer Geschmack, deine römische Beredsamkeit,was Hilst sie dir und uns, wenn du sie wie einKamtschadal anwendcst? Giebts nicht über Sachendes Geschmacks gerade mit dem größestcn Ungeschmackgeschriebene Folianten? Die Kenntnisreichsten Anti-quare, waren sie nicht oft die Geschmacklosesten Bar-baren ? Hier also fange das Werk an. In der ei-