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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
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und K u n s t r i ch t c r e y.

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schmack Europa's durchlebt, und wo stehen wir inManchem mit ihm noch jetzo?

3. Bildung dos Geschmacks.

Es hing nicht von uns ab, zu welcher Zeit, inwelchem Lande wir gcbohren wurden, welche Mustersich uns zuerst und am tiefsten eindcückken, mit wel-chen Menschen wir lebten und leben mußten; wohlaber hängt es von uns ab, uns Red' und Ant-wort hierüber zu geben und soviel an uns ist, denaus allen diesen Umstanden gewonnenen Geschmackzu bilden, zu bessern. Die Hauptfrage hiebey istalso: woran hast du Geschmack? d. i.was treibst du mit innerer Lust und Freude? Nichts?Du folgst in Allem der tragen Gewohnheit; wohlanstelle dich wohin du willst, nur nicht auf die Seiteder Kenner, im bessern Sinne des Wortes. Wieviel ehrbare Leute werden abgeschmackt, sobald sieüber Sachen des Geschmacks den Mund offnen.Sprache jeder aus seinem Kreise über Dinge undUebungen, denen er den höchsten Punkt des Reizesin Theorie und Uebung abgewann, wie unterrichten-der, anmuthigfrischer und nützlicher würden mancheUnterhaltungen, die jetzt als Almanachs- und Thea-terconversationen, leere Danaidenfasser walzend, un-ser Ohr betäuben, unsre Seele veröden. Eben einZeichen der Geschmacklosigkeit ists, zu wahnen, daßnur bei den sogenannt-schönen Künsten, Musik und