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Von Kunst
licn z. B., in Griechenland, in Asien erscheinen dieFarben dem Auge anders, als Key uns; der Ge-schmack (wenn cs auf nichts weiteres ankcmnu) darfsie dort also, wie sie ihm erscheinen, zufammcnfetzen,wählen, gebrauchen; unter uns dagegen bleibe Je-der seinem Klima, seinen Drgamn treu, ebne derHeuchler und Nachaffer eines fremden Geschmacks oh-ne Geschmack, d. i. ohn' einheimische und eigeiuhüm.-liche Lust, Liebe und Empfindung zu werden.
2. Gewohnheiten bilden den Ge-schmack; insonderheit frühe Gewohnheiten derKindheit und Jugend. Kein fröhliches Volk giebtsauf der Erde, das nicht in einigen Dingen, undzwar eben in denen, die es mit Lust 'und Freudetrieb, sich eine Art eignen Geschmacks erworbenhatte, der oft auch daS Auge des Fremdlings reizet:denn meistens waren es Jünglinge und Mädchen,die, was zum Kreise des Lebens gehört, zu besorgenhatten, und sie besorgten es fröhlich. Ihr Blickfaßte zusammen, wie es am schönsten gemacht wer-den könne, und traf dies «schönere glücklich; dennwas sie machten, waren oft Geschenke, die sie demGeliebten geben, ein Hausrath, womit sie glänzen,ein Eigenthum, womit sie andre üdertrcffe» wollten;diese Neigungen beflügelten den Blick, eben denPunkt des Reizes zu finden, der andern fehlte.Ucbcrhaupt. sind in Sachen des Geschmacks daSWeib mit seinen zarteren Drgancn, die Jugend inihrer frohen Thatigkeit jederzeit die muntersten Wäh-lerinnen gewesen; der Mann, zumahl nach Jah-ren , bcgiebt sich des Neuen, treu dem Alte», sounbequem und Geschmacklos cs seyn mag; ihm ists