242
Von Kunst
liiung, d. i. zum Nichtmaas oder Regel der Be-urt Heilung dienen." Das Werk des Genies be-stehet, auch wenn es nie nachgcahmt würde; esstehet sodann einzig in seiner Art da. Zur Nach-ahmung oder gar zur BeurtheiIung ward dasWerk nicht geschaffen, und wird durch Nachahmungohne Genie geschändet. Auch sind Nachahmung,und eine Regel zur Beurtheilung wie verschieden!Weder als Flügel - noch als Gliedermann tritt derGenius hervor, unbekümmert, ob er Regel derBeurtheilung, Muster der Nachahmung werde odernicht werde. Unbescheidene Nachahmung, unver-ständige Regelannahme schmerzt ihn. 3) „Da cs,wie cs sein Produkt zu Stande bringt, selbst nichtwissenschaftlich anzeigcn kann, so giebt esals Natur die Regel." Diese zu gcbcn warddas Werk des Genies nicht hervorgcbracht; auch er-klären Natur und Wissenschaft als Gegensätze ein-ander nicht. 4 ) „Nicht der Wissenschaft, sondernder Kunst schreibt die Natur die Regel vor, unddieses auch nur sofern sie schöne Kunst scyn soll."Weder der einen noch der andern; beide aber kön-nen an dem, was in einem Grad von Vollkommen-heit hervorgebracht ist, als an einem Exemplar ler-nen. „Wer niemals was mehr als lernen undnachahmen kann, heißt ein Pinsel." *) Das heißter nicht, wenn er treu lernte und genau nachahmet;er kann mit seinem Gelernten, mit seiner treuenNachahmung des Schönsten und Besten ein viel-wissender, geschickter, nützlicher Mann seyn, oder
*) S. i8i.