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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
Seite
239
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und Ku n s tri chtc rey. 2Z9

schmacks hypernomisch vereinigt! Er liegt jenfeit derSinnlichkeit, jenseit des Verstandes und der Ver-nunft im unbekannten Vereinigungkpunkt aller un-srer Vermögen n xriori, auf den wir uns aber beijedem Gcschmacksurkheil stemmen müssen, damites (abgeschmackt wie es sey) ewige Gemeingültigkcit,subjektive Nothwendigkeit erhalte.

,,Es ist jedem vergönnt, sagt Lessing, seineneignen Geschmack zu haben; und es ist rühmlich,sich von seinem eignen Geschmack Rechenschaft zu ge-ben suchen. Aber den Gründen, durch die man ihnrechtfertigen will, eine Allgemeinheit ertheilen, die,wenn es seine Richtigkeit damit hatte, ihn zu demeinzigen wahren Geschmack machen müßte, heißt ausden Grenzen des forschenden Liebhabers herausgehcnund sich zu einem eigensinnigen Gesetzgeber aufwer-fen. Der wahre Kunstrichter folgert keine Regelnaus seinem Geschmack, sondern hat seinen Geschmacknach den Regeln gebildet, welche die Natur derSache er so deck."*) Wenige Zeilen, die dieganze Objekt-, Grund - und Begrifflose, sogenannttransccndentale Kritik der ästhetischen Urtheilskraftin ihrem stolzen Ungrunde zeigen, im dunkeln Ab-gründe des Geschmacks-My stic i sm us.

Weil ein Geschmacksurtheil kein Erkcnntniß-urtheil und Schönheit keine Beschaffenheit des Ob-jekts, für sich betrachtet, ist, so kann der Ratio-nalism des Prinzips des Geschmacks niemals da-rim'gesetzt werden, daß die Zweckmäßigkeit in diesemUrtheile als objektiv gedacht werde, d. i. daß daS

*) Lessings Dramaturgie St. ig.