als — Töne. Was hat su nicht aber an diesenTönen, d. i. an den ihnen anhangeudcn Empfindun-gen ? Was mangelt ihr in diesem hohen freienReich?
i5. Die Andacht will nicht sehen, wer singt;vom Himmel kommen ihr die Töne; sie singt imHerzen; das Herz selbst singet und spielet. Wiealso der Ton von der gctroffemn Saite oder ausseinem engen Rohr losgemacht, frey in den Lüftenhallet, sicher, daß ec jedes mitfühlende Wesen er-greift und allenthalben wiedcrhallend, im Kampfe deSWiedcrhalls sich neu gebiert, neu mitrhcilet/ soschwebt, von Tönen emporgekragen, die Andachtrein und frei über der Erde, genießend in Einemdas All, in Einem Ton harmonisch alle Töne. Undda sie in jeder kleinen Dissonanz sich selbst fühlet,fühlend im engen Umfang unsrer wenigen Tongangeund Tonarten alle Schwingungen, Bewegungen,Moäcw, Accentnationen des Weltgeistes, des Welt-alls ; wäre cs noch Frage, ob die Musik jede Kunstdie am Sichtbaren hastet, an innerer Wirksamkeit'übcrtresfen werde? Sie muß sie übertrcffen, wieGeist den Körper/ denn sic ist Geist, verwandt mitder großen Natur innersten Kraft, der Bewegung.Was anschaulich dem Menschen nicht werden kann,wird ibm ui ihrer Weise, in ihrer Weise allein,miktl'eilbar, die Welt des Unsichtbaren. Sie sprichtmi: ibm, regend, wirkend; er selbst: (er weiß nichtwie?) ohne Müde und so mächtig, ihr mirwirkcnd.
r6. Bo r ü b e r gehend also ist jeder Augen-blick dieser Kunst und muß cs sinn: denn eben das
k ü r z e r und l ä n g e r, starker und schwache r,
höher