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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
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Von Kunst

iT Mißverstanden wäre indeß dieß ?llles, wenninan folgern wollte, daß der Ton nie sich vomWort oder von der Gebehrde trennendürfe, so daß diese ihn de» jedem kleinsten Schrittbegleiten und dollmetschen müßten. Lästige Beglei-ter sodann; und was wollen sie in jeder Note desbleberganges, durch Wort oder Gebehrde 'interpleti-ren ? G e d an k e » zu bezeichnen ist uns die Neeegegeben; E m p f i n d u n g e n stammelt sie nur,und drückt in ihnen mehr aus durch das was sienicht, als was sie saget. Eine schwätzende Empfin-dung wird unerträglich, indem dies Geschwätz sic ebenersetzen will und damit als unwahr zeiget. Tönedürfen sich verfolgen und übcrjagcn, einander wider-sprechen und wiederholen; das Fliehen und Wie-derkommen dieser zauberischen Luftgeister ist eben dasWesen der Kunst, die durch Schwingung wirket.Worte dagegen, die über einander stürzen und stol-pern , die jedem Bogenstrich nachhasche», jedem Luft-hauch nachsausen, sind, zumal bey langsam sprechen-den Völkern ein der Sprache und Musik unziemcn-des Geplauder. Auch die Musik muß Freiheit haben,allein zu sprechen, wie ja die Zunge für sich spricht,und Gesang und Rede nicht völlig dieselben Werk-zeuge gebrauchen. Ohne Worte, blos durch und ansich, bat sich die Musik zur Kunst ibrer Art gebil-det. Pan, der auf seinem Schilfrohr die Echorief und keine Worte, keine Gebehcden dazu brauch-te, Er war Pan, Ausrufer und Verkündiger derMusik des Universum. Apollo, der die Lcycr er-fand, als ibm der Schwan allein horchte, ward durchsich und diese Lei,er. Stifter aller Musenchöre.Orpheus durch die Sprache seines Saitcnspicls