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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
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Bon K u n s t

giert und leitet, wie auch von diesen ihr entsprechen-den Künsten nicht groß und zart gnug denken.

11. An der hohen Wirkung also, die die-se so natürlich einander gehörende Künste in einerGeistvollen Verknüpfung machen, ist nicht zu zwei-feln , da beglaubte Zeugnisse, sowohl ans der Lor-welt, als noch jetzt aus Beyspielen musikalisch-poeti-scher Tanz- und Freudevolker es bezeugen und dieNatur der Sache selbst es fodert. Wem bliebe»nicht die Tone, wem die leidenschaftlichen Gelnhrdcneiner Stimme, die Ton, Gebehrde und Wort herz-voll verband, Tagelang unaustilgbar in der Seele ?Ein so inniges Band ist zwischen Gebehrde und Ton,zwischen Stimme und Empfindling, daß wir, imAugenblick des Vernehmens, der Sängerin alles dasals da - eigenste Eigenlhum ihres Herzens Zutrauen,zuglauben, was sie uns so zauberisch-natürlich mic-theilr. Cs sind ja, sagen wir, jetzt ihre Worte,ihre Tone; der Künstler gab nur Anlaß, daß dieBeleberin ihr Jnnres zeige. Was Musik undTanz vermöge, mögen Noverre's Briefe darüber*)sagen; und wer kennt nicht, auch ohne Actio»,mm von Töne n begleitet, die Gewalt der Dicht-kunst ? Außer den Italianern alter und neuer Zeit,wem ward nicht von Handels, Glucks, Mo-zarts Zaubenönen die ganze Seele beweget?

12. Drey Regionen insonderheit sind, indenen Wort und Ton, Ton und Gebehrde, mit ein-

'*)Novcrre Briefe über die Tanzkunst, übersetztHamb, und Bremen