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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
Seite
218
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2.8

Von Kunst

des freundschaftlichen Zwistes und der Versöhnung,des Verlicrcns und der Sehnsucht, der zweifelndenimd ganzen Wiedererkennung, endlich der völligensüßen Vereinigung und Verschmelzung als diese zwei-und mehrstimmige Tonaangc, Tonkampfe, Wortlosoder von Worten begleitet. Zm letzten Fall sind dieWorte nicht etwa trage Ausleger dessen, was jenesanmuthige Labyrinth bedeute, sondern in ihm wir-kende Msikampfer.

9. Es war Natur der Sache, daß die Mu-si k s i c h z u e r s t u n d l a n q c an Tanze undLieder hielt, nicht etwa blos, wie man mevnt,des bessern Verständnisses wegen, so daß der Tanzund das Lied dem Gefühllosen doch elwa sage, wasTöne und Tongängc bedeuten. Ihnen Gefühllosverstände ec dies Band doch nicht. Der für die Mu-sik Gefühllose kann eS sich nicht erklären, warumman bey solchen Worten so geige ober überhaupt KeyTönen tanze.Tolles Hüpfen und Springen! undwie ermüden sie sich ohne Zweck, Zweckmäßig, d. i.kritisch - ästhetisch ! Und warum singt Sie? Sagesie, was sie will; cs ist unnatürlich, daß man imAffekt singe; man redet." Uebec die Oper hat manoft so gesprochen, und nannte cs kcitisircn; überdie Wortlose Musik nicht anders.t)ne wm veuxtu, Lowatu? Das Adagio klingt schön und zärt-lich ; warum legt man ihm aber keine Worte un-ter? Und wie jagen die Töne jetzt wild und tollhinter-, durch-, über-, unter-, neben einander!Das unsinnige Ding heißt Prästo?" DemPrästo wären nun freylich keine Worte untcrzulcgen:denn welche Nachtigall könnte sie, jeder Stimme ge-genwärtig, pfeifen oder schleifen?