216 Von Kunst
was seiner fähig ist, auch harmonisch und melodischreget.
6 . Glcichcrgcstalt wissen wir, daß die Stim-me jedes Gleichartigen sich dem Gleich-artigen vorzüglich mitt heilt; eine Felge desgenetischen Begriffes der Musik überhaupt. 2m gleich-artigen Instrument klingen die angeklungenen Töneam starrsten und reinsten wieder. So auch in leben-digen Wesen. Die Stimme des Geschlechts theiltsich dem Geschlecht, vornehmlich wenn es in Gesell-schaft, in Heerden lebt, sympathetisch mit, wie dirNaturgeschichte es in Zahllosen Beispielen erweiset.Ein Laut des Geängsteten ruft alle zusammen, läßtihnen, so lang' er tont, keine Ruhe; angstvolljammern sie und eilen zur Hülfe. Die Tone derFreude, des Verlangens rufen den, den sie nngehn,eben so gewaltsam. Die ursprüngliche Macht derTone beruht also nicht auf der „Proportion der ver-schiednen Grade der Stimmung des Gehörs " allein,als ob dem Ohr die Empfindung angehörte, und essich selbst, isolirt von der Schöpfung, Töne schüfe;dies ist nur Zustand des Traums oder der Krankheit,der ein Wachen und eine Gesundheit voraussetzt. DieMacht des Tons, der Ruf der Leidenschaften gehörtdem ganzen Geschlecht, seinem Körper - und Geistes-bau sympathetisch. Es ist die Stimme der Natur,Energie des Znnigbewegtcn, seinem ganzen Geschlechtsich zum Mitgefühl verkündend; es ist harmo-nische Bewegung.
7 . Daher der Tanz: denn da die Töne derMusik Zeitmäßige Schwingungen sind, so regensie, wie die Empfindung sie maaß, hob, senkte,'den