und K u n f t r i c hte rep. 207
Kunde: 1 als Gebild Hut es keine weitere „ästhetischeZweckmäßigkeit" nöthig.
„Aber das Ideal der Kunst? Die „Kritik"scheint mit dickem Wort denselben Scherz zu treiben,wie mit den Sehe malen. Schematisirte sie dortHasen ohne vier Füße, Triangel ohne drei Eckenund Winkel, so will sie auch Begriffe von Dingendargestcllt, wie sie cxistiren könnten, d. i. Figu-ren, wie ein Nebel zusammengestaubet. Dank dergroßen lebendigen Natur, daß solche idealische Sche-mate, in sich selbst unstandhast und unbedeutendnirgend existiren. Die Griechen wußten nichts vondiesen Idealen. Ihre Götter sind Personen, vonbestimmtem Ebaraktct und Lebensalter vorgestelltzum bestimmtesten Zweck. Zevs, der himmlischeHausherr und Hausvater, Here, die Herrin u»vHausfrau. So Apollo, Diana u. f. Wennsic zu einem besonder» Zweck also vorgestcllt waren,ward dicß durch ein ihnen beigelegtes Eigcnksiümli-ches oder einen Beinamen bezeichnet; als abstrahiereBegriffe konnten sie so wenig als der ckarrs cro^r-tus oder die clsa tussis erscheinen. Der olympi-sche Gott, die höchstverehrte Person Griechen-landes, besuchte und beschirmte sein Haus; der de--lische Apollo wohnte in seinem Tempel. Deß-halb sang man ihm Lobgesange, darum brachte manihm Geschenke, und stellte, daß er sich seines Ab-bildes nicht zu schämen hatte, sein Bild herrlich dar.Damit keine der Dortrefslichkciten dem Bilde fedlte,die in den Hymnen der Dichter vor diesem Bildegesungen wurden, deshalb schuf der Künstler cs soherrlich. Denn noch immer blieb die Kunst hinter