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Von Kunst
schwillt mit jener Brust, eiuf welcher Antaus er-drückt wird. Meine Gestalt schreitet mit Apollo,oder lehnt sich mir ihm, oder schaut begeistert empor-Laokoons und der Niobe Seufzer dringen nicht etwain mein Ohr; sie heben meine Brust selbst mitstummem Schmerz. Das Angesicht jenes Genius,dieser Tochter blicken mich an und erfüllen mich da-durch selbst mit ihrer Liebe, mit ihrer Unschuld.Durch alle Theile des schönbclcbten Körpers ist dieseHarmonie ergossen. Nicht etwa nur jener Rückendes Herkules ist bedeutend; diese Trümmer eineslieblichen Mundes, dieser zerbrochene Jupitersschadeiführen ihre ganze Bedeutsamkeit tnit sich. Ueberjenem schwebt noch die Pithv; unter diesem er-zeugen sich noch Zevs Gedanken. Der Ausdruckder plastischen Kunst ist leibhaft, also auch mit-telst leibhafter Formen geisthaft, d. i. sympathe-tischwirksam.
Dieß war Plastik nach dem Begriff der Grie-chen. Keine Kunst nämlich, die „Begriffe" körper-lich darstcllt; sondern Körper von Geist belebet.'Nicht „Begriffe von Dingen, wie sie in der Naturerisiircn könnten:" denn woher kennten wirdiese? sondern wie sic in der Natur epistirte»; vorallem Menschen, und unter ihnen das Bildungs-würdigste am Menschen, sodann andre belebte Wesen.„Mir Rücksicht auf ästhetische Zweckmäßigkeit"wellte die griechische Plastik nichts dar, weil diesevieldeutigen Worte eigentlich nichts sagen. JedesWesen in seinem Geist und Charakter, zu dem Zweck,wozu dieß und kein andres seyn kann, dargestellt;sev dieser Zweck Liebe, Verehrung, Andenken,