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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
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Von Kunst

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an unscrm Körper; Einheit und Symmetrie, dervielfachste Gliederbau in der genauesten Zusammen-füqung und Beziehung machen an ihm ein so über-sehbares in Einen Blick zu fassendes Ganzes, daßunser Auge an ihm wie an einem beschlossenen Voll-kommenen mit Befriedigung hastet. Wie der Tonskreis, wie der Farbenbogcn ist die Menschengestaltein Untrennbares. Nicht nur erinnert jeder Theilan den andern, sondern jeder Theil des Theilcs be-stimmt und misset das Ganze. In dieser Wohl-ordnung steht das Gebilde da, aufgerichtet;es ladet ein zum Betrachten, zur Zeichnung, undweil cs Form ist, zur Formung.

Und da dies erhabne Gebilde die kleinste Basssunter sich hat; mithin in jeder Bewegung sich Gleich-gewicht, Wechsel der Kräfte und Ruhe aufs sicht-barste zumisset, und die Regel seiner Proportionen,verändert, in jeder Bewegung zeiget; was konntedie Kunst anders als diese Regel bemerken? sie nachLebensaltern, Geschlechtern, Charakteren, Stellun-gen bezeichnen, ordnen?

Lebensalter also, Geschlechter undCharaktere unterscheiden, wie die Menschen, soauch die Bildwerke; Jedes derselben hat in sichsein Reinstes, sein Höchstes. Nicht etwa nurkrüppelhafte Kinder verunziere» die Kindheit; in derKindheit selbst ist Ein Punkt, wo das Kind amschönsten Kind ist. Ein gleiches ists mit jedem Alterin beiden Geschlechtern. Diesen Punkt zu findenkonnte einer Kunst nicht gleichgültig seyn, die denfürs Angedenken günstigsten Augenblick der Lebens-Hora verewigen wollte. Mit liebendem Auge forschte