und Kunstrichterey. 2»3
berühret. Ucber manche Namen dieser Figuren istManches vergebens gesagt worden, da es offenbardie schwersten, mithin Mcisterstcllungen der griechi-schen Kunstschule waren, die in ihren Schrankenjedes Bewegliche unscrs- vielbcugsamen' Körpersdarzustellcn, jeder Stellung Ruhe und Bewegungauf der Goldwage zuzuwagcn sich getraute.
Bewegung also, d. i. Leben, vom ruhig-sten Stande oder Sitz einer Gestalt bis zur heftig-sten Erzeigung ihrer Wirksamkeit, bildete die griechi-sche Kunst, geführt von Weisheit. Denn da dasHeftigste nur Einen Augenblick dauert, mäßige Be-wegung dagegen, wie im Gleichgewicht schwebend,sich lange erhält und den Auschaucnden zu einerglcichruhigcn, betrachtenden, sich vergnügenden Ge-mülhsbewegung einladet, so nehmen freilich, demZweck und Wesen der bildenden Kunst gemäßh ru-hige Figuren, auch ohne Rücksicht auf Schönheit,die große Mitte der griechischen Kunsttafel ein. DasGewaltsame stehet nur am Ende, meistens in einemuntergeordneten Bezirk; indessen stchts auf ihr auchda, gebildet.
Daß unter morgenländischer Verhüllung wederan Maas noch Gestalt der Glieder, sie gewiß undrichtig zu bilden, gedacht werden konnte, ist durchsich klar; die Hülle mußte abgcworfen werden undder Körper sich, wie er ist, zeigen. DaS griechischeKlima, die griechischen Sitten und Uebungen, vor-züglich die ganze Denkweise der Griechen begünstig-ten diese Enthüllung, und so trat das schöne M e n-schcngebildc ans Licht, das in sich selbst ganzMaas und Gestalt ist. Alles mißt und ordnet sich