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Von Kunst
das Mährchen die Erfindung jener KorinthischenBraut, die den Schatten des Geliebten zeichnete,und ihres gefälligen Vaters, der ihn formte. *)
Die Acgvpter stellten ihre Figuren in Mumien-gestalt dar; sobald Dädalus die todte Gestalt zubeleben, ihren Händen und Füßen Bewegung zugeben anffng, war die große Bahn der griechischenKunst in Stellungen aller Art geöffnet.
Und bis an die äußersten Grenzen derselben hatsic sich gcwaqet. Sehet die Ringer, Kampfer undFechter im Ausfall, in der Bewegung; die Stellungdes ManneS, der den Pfeil aus seiner Ferse zieht;**)dessen, der sein Haar rückwärts wäscht; ***) dessen,der mit dem Palladium in der Hand sich hebt; desFauns, der den Knaben auf seinem Fuß wieget undso manche andre lauschende, haschende, schwebendeStellung. Vom gestreckten Körper Marsyas an biszur Leiche Patroklus, vom träumenden Hermaphro-diten, bis an die Grenzen menschlicher Bewegunghat die Kunst gereicht und beinah das Unmögliche
*) Was ist unseltner, als das Talent, Profile zuzeichnen, Gefallen mit der frappantesten Ackn-lichkeit zu bilden? Oy»' alle gelernte Regeln wirdvon denen, denen die Natur dazu Auge und Handgab, dieß Werk der nachbildendcn Einbildungs-kraft grübet.
**) Winkelmanns Gesch. der Kunst, Schluß-Vignette.Th. r. Kap. 5.
^**) Eben daselbst Th. 1. Rap. st. Absichtlich werdendie bekanntesten Beispiele angeführt.