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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
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Von Kunst

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sic geziert reden, höret, wie Ein Wert das an-dre überwirst und was gesagt werden sollte, Hochnicht sagt, da das zehnte nicht am rechten Platzstehet; woher dieses? Weil sie in Schulen wie inBüchern Worte ohne Sachen lernten. Sie übcr-füllcten den Kopf mit Schallen ohne bestimmte Be-deutung und Anwendung; ihre Phantasie wie ihrOrgan spielet. Von diesem bösen Spiel hinwegreiße man das Kind, den Jüngling; er spreche nurdas, was er weiß, Ließ aber lerne er ganz sagen,klar, rund, bestimmt, ohne Scheu, wohlanständigund mit Nachdruck. Freien Menschen ziemt freieRede; Sklaven mögen umschreiben und verhüllen,Schwätzer mit Formeln und Worten spielen; derVerständige spreche ernst, der Herzliche herzlich.

Nicht hoffen nur, erwarten dürfen wirs also,daß jede redende Kunst, wie sie auch heiße, immernäher dazu komme, wozu sie ihr Name weiset;Rede, das Organ der Vernunft, die Bildnerinmenschlicher Gedanken. Als solche har sie viel ge-leistet und wird es leisten; unaufhaltsam strebet jedeSprache darnach, Sprache der Vernunft zu werden.Wenn z. B. Homer seine Götter, Dante undMil ton ihre Hölle und Teufel aus damaligenVolksbegriffcn durch Rede zu einer ihrer Zeit undihrem Zweck gemäßen, verständigen Form bildeten,so thaten sie ihr Werk; sie läuterten die Phantasiedurch Rede. Mit vorübergegangcncn Volksbegriffensind auch diese Formen für uns altes Gerath; wirkönnen sie nicht oder nur in einem höheren Ver-stände mit Wahl und Absicht gebrauchen, sonst wer-den wir altväterisch - kindisch. Homers Held darf