meistens erkaufte oder verblendete Organe eines ver-schwitzten Kopfs, wo nicht gar aus eignen, TriebeVerblender, des Geschäfts und der Sache Verraihcr.Sie riechen nicht, sondern »erriechen.
Die ruhigere Beredsamkeit ist vom Spielnoch entfernter, Ihr Zweck ist, die Sache von allenSeiten darzustcllen, dem Entschluß Gründe undGegengründe vorzuwägen. Je Heller und treuer siedieß lhut, desto w> Niger darf sie spielen, Ueberredenläßt sich nur der Schwache, täuschen der Verwirrte,führen der Blinde; aufhelle» soll die Beredsamkeit,und ordnen, überzeuge».
Niemanden also anders als der kritisch-lgläubi-gen Schule wird es die „Kritik" einreden, daß dieBeredsamkeit als Kunst zum Zweck habe, das Wich-tige zum Nichts zu machen, zum Spiel der Worte;das Eitle dieser Kunst hat sie selbst in ihrem Ge-biet genug gezeigct. Denn was chatte sic nicht zumSchatten - und Wortspiel gemacht? was ließe sichnicht dazu machen durch ihre entzweiende, Bcgriff-und Sachen trennende Wortspiele und Distinctioncn?Und was den Styl betrifft, hat je ein asiatischerWahnredner (nenne man einen!) längere Perioden,voll verwirrter Eonstruktionen, voll in einander ge-schobener Parenthesen, kurz Pnevmata gemacht,als die „Kritik?" Welcher griechische Schul - oderPrunkrcdner hat endlosere Worte und Phrasen er-funden? *) Diese Gattung von Beredsamkeit an
*) Ein Verehrer der Kritik hat ihre längsten Worteund Phrasen zum Gebrauch der kritischenPoesie, von der wir schon beträchtliche Probe»