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War also das Amt, das die „Kritik" der Be-redsamkeit anwciict, der Geschichte derselben zuwider,und nur auf Mißbrauche, d. i. auf Uebertretungenihres Amtes gcbauet, so ist diese Verunglimpfungder Sache selbst noch mehr entgegen. Wozu istRede dem Menschen gegeben? Damit er Geschäftein Spiele der Einbildungskraft verwandle? oder daßer andern seine Gesinnungen sage? Verstand undBedürfnis; haben die Rede erfunden, Geselligkeit hatsie ausgebildet; nicht zum Spiel, sondern zumGebrauch, zur Gedankenmittheilung. Rede be-spricht sich über Geschäfte, stellt solche dar,giebt ihnen durch Worte Maas, Ziel, Gewicht;nicht spielt sie mit Worten als Meteoren. Alle Leh-rer der Beredsamkeit und Wohlredenheit unter Grie-chen, Römern, den kultivieren Rationen des neue-ren und neuesten Europa's haben vor diesem Miß-brauch, als dem wahren Verfall der Kunst, ge-wärmt.
Die große Beredsamkeit fordert .große Ge-schäfte, die mächtige eine mächtige Versamm-lung; ein starker Wille bei einer großen Ver-nunft muß jene ordnen, diese regieren. Spiel undEinbildungskraft sind solcher Beredsamkeit entwederfremde oder werden durch sie verderblich. In Zeit-kriesen, wo auf Einen Entschluß, auf Eine Unter-nehmung Alles ankommt, wer waren die größestenRedner? Die mit dem Wenigsten das Meiste spra-chen, aus hohem Verstände, tief in die Seele; EinBlick, ein Wort entschied; der phantasierciche Wort-spielcr stand beschämet. Menschen von starkem unddochvorragcndcm Verstände sind jederzeit die dauernd-sten Volksführer gewesen; pompöse Schwätzer warenHerders Werke z. Phil» u. Gesch. XV. N Ln/tiF-m-.