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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
Seite
180
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Von Kunst

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stcllnng Regeln verschreiben zu dürft» , wie langez. B. dcr Weinende weinen, der Sänger singen, derChor der Götter verehren müsse, weil sie ihm spielen.

Wie es aber von dem, dcr die Vorstellung inernsterer Absicht gab, oder von dem, der sie nachRegeln dcr Kunst darstellte, niedrig gewesen wäre,sich hierin dem Gaffenden zu bequemen: so wird

der Mißbrauch des Namens Spiel schon hiemit sicht-bar. Die Vorstellung ward vor dem Volk gegeben,es konnte durch Anschauung derselben sich ergötzen,sich belehren u. ft, nicht aber konnte es aus seinemWohlgefallen einer in sich selbst gegründeten Hand-lung Gesetze geben. Bei jedem Kampf- oder Glücks-spiel mögen die Zuschauer nach Gefallen unheilen,denken, empfinden, hoffen, fürchten und wähnen;die Kampf- oder Glücksspielcr spielen sich, nichtihnen.

Endlich gab cs lustige, selbst lustig - grausameSpiele, die wirklich dem Volk gegeben wurden,in denen eS durch Zuruf und Federungen sogar mit-spielte. Es gab betrügerische Spiele, mit denendas Volk geafft und hintergangen ward, in denenman ihm also (wie unsre Sprache sagt) mitspiel-te, z. B. Wunder - und Gaukelspiele In diesenBezirk wollen wir keine dcr schönen Künste, wärees auch nur zur' Zeitkürzung, pflanzen. Jedes ehr-liche, geschweige edle Spiel ist ein Wettkampf, nachRegeln, zwischen freien, ihrer Vernunft mächtigenPersonen, mit Treue und Gleichheit. Jeder Betrugim Spiele ist verhaßt und unedel.

Wie aber, soll dcr Dichter nicht tauschen?Will nicht das Volk getauscht seyn? " Von Tau sc,h