und Kunstrichterey. 176
geheimste Kammer des Herzens und Geistes bliebR i chards 0 n s, F i eld i n gs , Sterne,Friedrich Leichters Romanen verschlossen?welche derselben haben sie nicht als ihr Eigcnthumbewohnet! Betrügt man Hurch die Einbildungskraftden Verstand, wenn man, vereinigend beider Ge-schäft, das menschliche Herz und Leben von innenund außen so darstellt, daß der Leser in und mitdem Dargestclltcn lebet? Leset Didcrots Ehren-gcdachtniß auf Richardson , leset R 0 usfcausVorrede zur Heloise, und was Fenelon über dieDichtkunst saget; ja wem sagte dieß fein eignesHerz nicht, wer lebt, wer formt sich nicht selbstin einer wahren Dichtung?
Die Zeit der Zorn- und Mut- und Rach-Epo-pecn, noch mehr der müssigcn Ritter - und Helden-züge (hoffen wir) ist vorüber; und da jetzt ein an-deres Vließ zu erobern, ein anderes Troja zu zer-stören ist, da der Poesie die Zeiten kommen, vondenen Virgil singt:
Liter erit tum l'xz-bns et siters Hirne vekstLrZo
Leiecto8 Keros8, erunt etisiri siters Keils,
LtHue iterum sä l'rojsui rnsAsus initteturLekiiies;
so darf und soll sie jetzt am wenigsten spielen.
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