i68
Von Kunst
gar nach Bucbsraben kernen; wir, die dieWorte hören, nie sie geschrieben stehn, wiedie Grammatik sie ordnet, sprechen und hören Bnch-staben und Sylben; so hören »nbuchstabirte Natur-menschen nicht. Abgesetzt oder ununterbrochen fließenoder stürmen ihre Reden wie ein Strom daher;
die Reden des gemeinen Volks, zumal im Affekt,erweisen dieß täglich. Wenn diesem Strom der
Töne Einhalt getha», wenn er geführt und geicnktwerden sollte, wodurch geschah dieß zuerst und vor-nehmlich ? Durch Erzahlun g. Auf das, was
vor mir steht, zeige ich: was in mir vorgeht, drückeich durch Töne und Gebebrden aus; was aber ab-wesend oder einst geschah, bedarf, wenn csvernehmlich werden soll, ciner zusammenhängend-ge-ordneten Rede. So ward das Epos. *)
i. Das Epos der menschlichen Natursprache.
Nicht anders konnte dieß Epos sich gestalten,als es die Sprache und Phantasie des Erzählenden,das Dhr und die Phantasie des Hörenden forderteund gab. Der Naturmensch schildert, was und wiedr cs sieht, lebendig, mächtig, ungeheuer; in der
*) Epos beißt bei Homer Wort, Sache, Ge-schichte, Erzählung. So das deutscheWort von werden, das nordische t->1 (vale)u. f.