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Von Kunst
rung zu verschossen, und seinen Begriffen durch Ein-bildungskraft Leben zu geben." So kündigte sichkein Dichter des Alcerthums an; ein bloßes „Spielmit Ideen" war so wenig sein Präconium, alsder eingeschränkte Zweck, „ V c r s t a n d e s b e g r i f -fen Leben zu geben," immer sein Zweck, seinHauptzweck war. Auch die Kunst des Rednersberuhete auf nichts weniger, als auf dem feinenBetrüge eines Verstandes - Diebstuhls.
Wie niedrig stünden Redner und Dichter, wennsie dieß tändelnde Spiel zum Geschäft ihres Le-bens machten! und wie übe! zusammengeleimt wäredie menschliche Natur, wenn sie dieses Spiels be-dürfte ! Der Verstand müßte die Einbildungskraft,diese den Verstand hintergehen, und der beide hin-tergchcnde Täuscher wäre der „redende Schonkünst-lcr!" Jetzt schlägt er sein Hocus von oben her-ab: cs ist Beredsamkeit; jetzt das Pocus von
unten hinauf; cs heißt Dichtkunst.
Da diese Wortspiele der kritischen Schule ge-radehin zu bündigen Grundbegriffen ihrer ästheti-schen Beurtheilung aller alten, neuen undneuesten von ihnen so genannten redenden Kün-ste dienen, wobei die vormals geltende Kritik, vonAristoteles bis Lessing, als eine unwissende Schüle-rin behandelt wird, der cs an chten Grundsätzengef Act, so wird es der Mühe wcrth scpn zu sehen,worin dic Vorwelt in Lehre und That das Wesender Rede - und Dichtkunst, das Werk der spre-chenden Muse setzte. Wir nehmen den Fadenauf, wo wir ihn bei den Anfängen der Künste sin-ken ließen, und reden zuerst