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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
Seite
159
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und K u n s t r i c h t e r e y. 1 s>9

werk der verfeinerten Neigung macht und Empfin-dungen nur so viel werlh gehalten werden, alssie sich allgemein milthcilen lassen, wo denn,wenn gleich die Lust, die jeder an einem solchenGegenstände hat, nur unbeträchtlich undfür sich ohne merkliches Interesse ist, dochdie Idee von ihrer a l lg e m e in e n"M itt h eiI-barkeit ihren Werth beynah unendlich vergrö-ßert."*) Ist dicß die reine Geschichte der Mensch-heit in Betracht ihres Wohlgefallens am Schönen iEin auf einer wüsten Insel Verlassener ist so wenigein reines Exemplar des ursprünglichen Naturmen-schen, als wenig das Ausputzen des Mannes würdi-ge Beschäftigung ist. War der Verlassene in derGesellschaft (denn in dieser ist er gcbohrcn) zur Rein-heit gewöhnt; so wird er auch in der Einsamkeitseine Hütte rein halten. Liebte und kannte erdie Blumen, so wird er sie auch jetzt aufsuchcn,pflanzen, anwenden, wie er gutfindet. War ecmenschlich zu leben gewohnt; so wird er auch hiernach seiner Art als ein feiner Mensch leben, wenner gleich, unglücklicherweise, scine Lust andern nichtmitlhcilen könnte. Nun aber (Dank der Natur!)sind wir auf keine wüste Insel hingeworftne, sondernder Gesellschaft gehörige Geschöpfe; sie ist uns, wirsind ilw angeerbet. Gegenseitige Mittheilung fodcrnund geniesten wir nichtaus einem ursprünglichenVertrage, der durch die Menschheit selbst di'ktirtist;" (fremde Wortspiele!) sondern weil ein gemein-schaftliches Bedürfnis uns bindet, weil wir zu gegen-

) S. r6u 062.