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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
Seite
152
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1.12

Bon Kunst

setzt eine Verzierung ihres Körpers den Schmuck desGewindes. Es kommt nicht darauf an, in welchemGeschmack diese Verzierung geschiehst; vom Triebezur Verzierung selbst ist die Rede.

Da war dann bcy allen Völkern die Darstelle-rin der schönen Natur aus eigner schöner Kunst, dasWeib, die Jungfrau. Sie, das jüngste Kindder Natur, stellte die Mutter, wie sic erscheinenwill, dar, eine lebendige N a t u r sc h ö n h e i t.Liebe war ihr Beruf; Liebe zu gefallen, erwecktLiebe. Was sie begehrte, sollte der Weigernden wer-den; unsichtbar also mußten die Bande seyn, wo-durch sie an sich zog und siegte. Schaam, diejüngste Huldinn, gesellte sich zu ihren Schwestern,Reiz und Liebe; so ward durch Veranstaltungder Natur selbst die schönste Kcmst, eine anstän-dig-sittliche Darstellung des weiblichenKörpers und Betragens.

Reinheit ist des Menschen erste Zierde, wozudas Weib die Natur selbst zwang. Der klare Bachder der Jungfrau ihr Angesicht zeigte, badete undstärkte auch ihre Glieder; bcy allen feineren Natio-nen waren die Bader daher der Liebe, der Gesund-heit und den Grazien heilig. Verjüngt stieg sie ausder Welle hervor; das erste Gewand, das sie umSchulter und Hülfe schlang, die Blume oder Feder,womit sie ibr Haar schmückte, die Perlen- oder Mu-schelschnur an ihrer Brust waren der leichte Anfangzu einem großen Eoncert, das unendlich variirt wer-den sollte. Es ist variirt, durch alle Völker undZeiten. Lieber ging man in ihm die schroffestcnMistönc durch, als daß man in Moden der Klei-