und Ku n st r ic h t e r ev. -5r
Lcbcns, von Werken und Tugen an; die gro-ße Ordnung der Zeiten, der Lauf des Himmels, so-fern er die Erde regiert, waren jene Naturpoesie,der Menschheit früheste, vielleicht auch die letzte, blei-bendste Muse. Wenn mit den Jahren uns die Tu-ba langst widrig ward, tönt uns die Hirtenflöte nochlieblich; Ceres und der Flora Kranze verjüngenden Greis, um dessen Schlafe die Lorbern langstverwelkt sind. Sollen Beschreibungen der Natur nur alsschöne Dichtungen gelten, deren Ausübung undDarstellung keine schöne Kunst wäre? Dafürhielt sie die alte und älteste Welt; die erstenGesetzgeber gingen von dieser schönen Kunst aus, unddie reifste Philosophie des Lebens wird zu ihr zurück-führcn. Lebendiger Natur - Unterrichtwird und muß einst unser tobte Schulunterricht wer-den, wohin auch jetzt schon das Bedürfnis? spornt,und das allenthalben vermehrte Naturstudium, so wiejede erlangte Kunde fremder Lander in tausend Win-ken uns mit Macht und Güte weiset. Die Kunst,die aus Natur ward, kehrt zurück zur Natur, al-lenthalben sie nutzend, sie verschönend.
Dritte freie Kunst des Menschen.
Außer Wohnung und Nahrung bedurfte derMensch Kleid e r; zu welch' einer schönen Kunstward ihm durch dies Bedürfnis? die Pforte geöffnet!Wenige Völker der Erde geben nackt, keines vielleichtganz nackt; und auch bei) den halbunbckleidctcn er-