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Bvm Angenehmen
Gegenstände, so wie der Willkühr jedes Gebrauchen-dcn nachgiebt? Wozu also die Rege!?
A. Freunde, das Clavichord und der Farbcnbo-gen, die gerade Linie und der Cirkel stehen da; dieRegel wollen wir nicht verschmähen, wenn sie anzu-wenden, auch Mühe kostete, wenn sie auch oft über-sehen oder falsch und kränklich angewandt würde.Denn was gewonnen wir durch diese Hinlas-sigkcit? Einen regellosen Zustand, Urtheile obneRegel. Allerdings fodcrt cs Beobachtung, Fleiß undHebung, Töne, Farben, Linien, Figuren, allent-halben recht zu bcurthcilen; deshalb hat auch dasGcfübl des Schönen Cultur nöthig. Der Begrif-fe kann cs sich nicht cntschlagen, ohne ein blos fie-berhaftes Gefühl, ein Schwanken zwischen Ruhe undBewegung, oder wenn es urcheilt, ein jehnendesUrtheil zu werden. Daß es Menschen von mißbil-deten, verstimmten, oder von ungebildeten, grobenOrganen gicbt, kann unser Bestreben nicht aufhal-tcn, das Empfindungssystem unsrer Natur rein zustimmen, es den Gegenständen gemäß, nach richti-gen Begriffen zu ordnen und auszubilden. Auchwer verworren sieht, muß eine Farbenlciter, auchder, der keinen Tackt hält und von keiner Scalaweiß, muß Scala und Tackt anerkennen. So diegerade Linie und den Cirkel, wenn er auch keine zuziehen wüßte. Wer sich in den Linien der Schön-heit, oder in ihrer Bedeutung noch so oft träge;er muß sie besser erkennen, die Regel besser anwen-den lernen, nicht aber die Regel leugnen odereludiren, d. i. mit dem Begriff und Gefühl desSchönen spielen. Hatte uns die Natur vergebens