Vom Angenehmen
Und doch fühlte der Philosoph Lust undSchmerz; wohin mit dielen? Ins Reich derWegriffe gehörten sie ihm nicht; mit keinem seinerreinen Phantasmen hatten sie etwas gemein, konn-ten auch in Ewigkeit mit ihm nicht verbunden wer-den. Der „kritisch- transccndentale Verstand" hatetwas anders zu thun, als sinnliche Dinge mit Lustoder Unlust wahrznnchmcn; er kommt zu keinemSinn, kein Sinn zu ihm; ewig prägt er aufsNichrs, auf Raum und Zeit, seine Formen. Die„kritisch- rranscendcntale Vernunft" hat ein ganzanderes Geschäft, als Wahrnehmungen des Verstan-des mit Lust und Liebe zu ordnen; wie der JagerOrion jagt sie dem All nach, jenseit der Weltgran-zen. Wohin nun mit Lust und Unlust? Den Phi-losophen gingen sie nicht weiter an, als sofern erdarüber „urtheilt;" das Empfinden mochte anseinen Ort gestellt bleiben. Also werde Materie zum„Urrheilen ohne Objekte, ohne Empfindung" wiefolget;
Postulat i.
„Empfinden und urtheilen ist Ein s."
„Wer empfindet, urtheilt; und wer urtheilt,empfindet." „Empfände er aber nicht?" „Es wirdangenommen, als hatte er empfunden; denn dasGeschmacksurtheil ist seiner Natur nach ästhe-tisch." Der geschwätzigste Uctheiler ist der feinsteEmpsindcr.
„Nur muffen seine Urtheile ohne Begriffesepn: denn Begriffe gehören dem Verstände, die