Vom A n g c nc h m en
„DaS Sollen im ästhetischen Urtheil wildalso selbst nach allen Datis, die zur Beurtheilungerfordert werden, doch nur bedingt ausgespro-chen."*) Bedingt und doch allgemein nolhwendig?
„Man wirbt um jedes andern Bcystimmulig,weil man dazu einen Grund hat, der allen gemeinist, auf welchen man auch rechnen könnte, wennman nur immer sicher wäre, daß der Fall unterlenem Grunde als Regel des Beyfalls richtig subsu-mirr wäre." Da man dies nun nach der Kritik,die ohn' alle Begriffe, mithin auch ohn' alle Grün-de urtheilt, nie seyn kann, woher das bcgriffloseSollen? Es hebt sich selbst auf.
„Geschmacksurchcile muffen ein subjektives Prin-cip haben, welches nur durch Gefühl und nicht durchBegriffe, doch aber allgcmcingültig bestimme,was gefalle oder mißfalle. Ein solches Princip aberkonnte nur als ein Ge mein sinn angesehen wer-den, der vom gemeinen Verstände (scmsus commu-nis) wcscntIi eh unterschieden ist. Also nurunter der Voraussetzung, daß es einen Gemein-sinn gebe (wodurch wir aber keinen äußern Sinn,sondern die Wirkung aus dem freien Spielunsrer Erkenntnißkräste verstehen), nurunter Voraussetzung, sage ich, eines solchen Gc-meinsinnes, kann das Geschmacksurtheil gefälltw er d c n."**) Nur unter solcher unbewiesenen Vor-aussetzung ? Kein Geschmacksurtheil kann gefalltwerden, als unter Voraussetzung eines Sinnes, der
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