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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
Seite
112
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I 1.2

Bom Angenehmen

Daher steht gegen die Normaltyranncn des Geschmacks?llles, auch das Ruhigste auf, wenigstens mit in-mmi Spott gerüstet. Wir sehen den Schaden, densie bei der unwissenden Menge stiften; deshalb eben,sobald wir unsres Geschmacks sicher sind, treten wirin uns selbst zurück sprechend:in Sachen des Ge-schmacks soll niemand uns ein Soll sagen; wirdürfen fühlen, wenn wir gleich, was wir füblen,nicht sage n dürften. Das Urtheil des Geschmacksist frei.

Wie wenig übrigens in Sachen des Gefühlsam Schonen aus dem Sagen herauskomme, wiewenig dies Sagen andern eigentlich sage; wer ist,der nicht auch dies oft erprobt hätte? Der gemeineHaufe betet Worte nach ; der Schief - und Halb-kenner verwirret sich in diesen Worten, und derBlödling folgt ihm. Endlich kommt der Satzungcn-siifter und behauptet exemplarisch: er gebeut.

Ein frecher Anhang folgt ihm und beweiset; bewei-set, was er weder verstand, noch was je bewiesenwerden konnte. Lebe sodann wohl, auf ganze Zei-ten lebe wohl, Tradition des guten Geschmacks; dasgemeingültige Urtheil, der exemplarische Nvrmal-gcschmack" des Einen herrschet.

So dachten die Weisen alter Zeiten nicht; siesagten nicht:Schon ist, was ohne Begriff a l l -gemein gefallt. Schönheit ist, was ohne Begriffals Gegenstand eines nothwendigen Wohlge-fallens erkannt wird," sondern sie suchten Begriffezu geben, zu lautern, sie fester und fester, wennauch nur Wenigen anzubilden. Die Schüler derkritischen Schule dagegen, sie sind es allein, die,wasnothwcndig, also auch allgemein gefallen müsse,"

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