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Bom Angenehmen
Was Begriff sey, weiß Jeder. Jeder meyntund nennet darunter die Vorstellung eines Gegen-standes, das, was ich mir von ihm erkennendaneigne. Nachdem das Organ, der Gegenstand,die aneignende Kraft ist, wird der Begriff dunkeloder hell, vielfasseud oder dürftig, lebhaft oder mattund welk; einiges Licht, einige Kraft, eini-ges Leben muß er indeß doch haben, sonst wärees kein Begriff. Das Spiel, das in andern Spra-chen mit dem Wort Idee getrieben worden, istunserm deutschen Wort Begriff fremde. Uebri-gcns ist das Feld der Vorstellungen in der mensch-lichen Seele von den Griechen sowohl, als Neuernauch in der Sprache mit so Hellen Unterschieden be-zeichnet, daß alle cultivjrte Nationen Europens sichüber psychologische Gegenstände nicht nur verstehe»,sondern gewiffermaaßen in allen Wissenschaften anEiner und derselben Wissenschaft fortzubauen schie-nen: so faßlich, so naturgemäß war, wenige Un-
terschiede ausgenommen, in Plato und Aris to -teles, Eartes und Leibnitz, Locke undCondillac die angenommene psychologische Sprache.
Hören wir nun plötzlich von „Geschmacks u r-tbeilen ohn' alle Begriffe, weil von Begriffencs keinen Uebergang zum Gcfübl der Lust und Un-lust gebe," *) so stehen unsre Begriffe still. Wie?fragen sie ciuandcr, giebt es in der menschlichenNatur, nicht etwa nur ein Gefühl der Lust undUnlust, sondern Urthcile sogar, ästhetische Ge-
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