und Schonen. 9L
noch um etwas anders bitten, ihr Freunde? Mirist dies Gebet hinreichend. "
In der Platonischen Schule erhielt sich dieseredle Begriff des Schönen, bis man ihn zuletzt über-feinte. Unverkennbar indeß sind die Spuren dessel-ben auch noch in den scholastisch - dunkeln Zeiten,die man oft, auch wo man sic nicht erwartet, an-genehm - betroffen findet. In Augusti n undB 0 ethius , in Erigena, Thomas vor»Aquin 0, Albertus Magnus, in Taulerund andern zeigt sich der schöne Begriff unter dunk-leren und helleren Wolken, bis er bei Wiederauflc-bung der Wissenschaften mit dem griechi chcn Platowie ein Morgenstern aufging. Dank diesen Plato-»istin! Dank allen Beförderer» des Schönen undGuten damaliger Zeit! Eben- mit ihren Schwärme-reien für diese Begriffe haben sie Europa zum Lichtgeholfen.
Früher als andre ward die Italienische P 0 e si evon der Fackel erleuchtet, in der das Wahre»Schöne und Gute, als Ein dreifarbiger Strahlerschien; die Gedichte Dante's, Pctrarka'sund so vieler andern glanzen noch in diesem Lichte.Selbst Philosophen, EampaneUa vor andern legtenin der damals beliebten Form dieses heiligen Drei,des Wahren, Guten und Schönen, auch ihre wis,scnschaftlichen Gebäude an; ja kein umfassender,geschweige eindringender Geist, der im Mannigfal-tigen Einheit, in Worten Sache, ini Schein dieWahrheit suchte, hat diesen Bund der drei wesent-lichen Tendenzen unsers Dasepns trennen mögen.