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Vom Angenehmen
Begebenheit und Nachricht nennen wir vorzüglichdann angenehm, wenn sie unS unerwartet kommt,aber wohlthatig, annehmlich. Daß uns also auchdas Nützliche sowohl, als das Schone sehr ange-nehm kommen könne, wer zweifelte daran? Auchaußer seiner Schönheit ist uns B. ein Gcmähldcsehr angenehm, wenn es von guter Hand kommtund uns angenehm erinnert. Nicht Gegensätze sinddiese Begriffe, sondern Unterschiede, derenmehrere nicht nur beisammen sepn können, sondernin den angenehmsten Gegenständen beisammen sind;daher bei diesem, wie bei tausend andern Worten,die sub - und objektive Bedeutung Eins ward, undman der Kürze wegen dem Objekt zuschricb, was,wie jedermann begreift, nur dein empfindenden Sub-jekt gehöret. „Wie ist der Abend so angenehm!welche angenehme Musik ertönet!" sagt man, undjedermann verstehet die Worte. Im engsten Sinnendlich, künstlerisch genommen, bezeichnet das Wortangenehm die Manier und Behandlung, die sichnicht etwa nur vom Unangenehmen, sondern auchvom Großen, Heftigen, Lustigen u. f. unterscheidet.Diese bei allen cultivirten Nationen eingeführten,geltenden Bedeutungen der Worte darf man wederverwirren, noch sinken lassen: denn nach hen Be-griffen der Kritik selbst gehören Geschmack und Kunstfür den Gemein sinn.
2. Ueber das Schöne und die Schönheit
nommenen Wvhlthat. Die Charis der Griechennicht anders, wie die Abstammung und Fortpflan-zung des Begriffs in Worten und Formel» zeiget.