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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
Seite
86
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86 Vom Angenehmen

was an ihm schwach und stark, Form oder Un-form scy?

C. Trage er nicht sein Bild, seinen Charakterselbstbewußt mit sich? Charakter aber heißt Ein-schnitt , e i n g e g ra b e n e Bezeichnung.Er weiß, wenn ers wissen will, woran es ihm feble,wo der Berg in ihm ein Thal, das UeberladeneSchwachen gebe, und wie die Natur, wo immermöglich, die Unform compensire. Daß ers nichtimmer wissen, noch weniger sagen mag, gehöretnicht hieher, daß er sich aber in seiner Gestalt fühle,wie er sich in ihr auch jedermann zur Schau tragt,leidet keinen Zweifel, da cs ja Realität, d. i.die Sache selbst ist.

A. Also findet in unedlen, verwirrten undverworfnen Menschenfcrmcn auch eine CompensationStatt?

C. Dank der Natur! auch an der verwirrte-sten und verworfensten sind noch Züge der Mensch-heit kennbar; indeß freilich andre Gestalten, die anReinheit, Kraft und Harmonie sich auszeichnen,uns wie Engel unter Menschen erscheinen. An ih-nen hangt unser Auge; zu ihnen spricht unser Herz;es fühlt sich dem Brennpunkt menschlicher Virtuali-tät, der Reinhctt eines menschlichen Daseyns nahe,nahe, mit innigster Freude. Diese in allen Zügenund Formen bedeutende reine Menschengestalt istmenschliche Schönheit.

A. Das Resultat unsrer Unterredung wärealso dieses, daß ohne Begriffe und Vorstellung einesZwecks das Wort Schön und Sch önhe it nir-gend Start finde. Je flacher der Begriff der Sache ist/