34
Vom Angenehmen
menschlichen Natur, geschweige aus diesem ihr gewißgrob scheinenden Organ ist, ,,vhn' alles Interesse,ohn' allen Begriff; vom Begriff der Vollkommen-heit ganz unabhängig, Gegenstand eines nothwendi-gcn, allgemeinen Wohlgefallens ohne Vorstellung ei-nes Zwecks am Gegenstände, aus Gründen a. priori."
C. Ueber das Leere und sich selbst Widerspre-chende, über das Gemeine und Gemeinste solcherGeschmacksmomcnte sollte man kaum ein Wort ver-lieren , da sie blos zum Scherz und im Scherz auf-gestellt scheinen. Eine Sanfte der Gcschmacksurthei-le von vier logischen Funktionen, Quantität,Qualität, Relation und Modalität, die alle ohneBegriff sind, getragen; die Sänfte hat weder Sitznoch Boden, und das Wohlgefallen, die Cha-ris in ihr, auch ohne Begriff und Grund, die we-der sitzen noch stehen kann, mußte sich auf die Stra-ße des Gemeinsinnes verlieren. Wenn aber dabeydie Träger dieser „Geschmacksurthcile" so zudringendwerden, daß, indem sie ein „Schönes ohne Inter-esse , Begriff und Vorstellung" postuliren, sie einsolches zugleich alsein „allgemeines, noth-wendig es Geschmacksurtheil," ja gar als einen„Gemein sinn" aufdrängen, fordern, gebieten, soweiche jeder einer Philosophie aus, die alle Philoso-phie aufhebt. Ein allgemein - nothwendigeS Wohlge-fallen ohne Begriff und Vorstellung des Zwecks alsBasis aller Geschmacksurthcile vorausgesetzt und po-stuliret, macht auch geneigt, ein solches Wohlgefal-len ohne Begriff und Vorstellung als subjectiv-nothwendig aufzudrängen und zu zürnen, wenn derGemeinsinn ihm nicht beystimmt.