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Vom Angenehmen
A. Wir wären also darüber Eins, meine Freun-de, daß auch Key Lene» Sinnen, die man die gröb-sten zu nennen pfleget, ihr Angenehmes ein ihnenh a r m o n i s c h e s G u t e sey, das zur Erhaltungunsres Scyns und Wohlseyns dienet. Das Unange-nebme dagegen sey ein ihnen feindliches, demKörper unzuträgliches Fremde, gegen wel-ches die Natur eben diese Sinne selbst und die mitihnen verbundne Empfindungswerkzeuge, zu Wäch-tern und Abwebrern gesetzt hat. Gesetze der einfa-chen gesunden Natur führten uns hiebei), ohne daßwir uns durch Misbräuche oder Krankheiten verwöhn-ter Sinne verwirren ließen. Auch das Sinnlichstan-genchme erschien uns also als eine Mitt HeilungdeS Wahren und Guten, sofern cs dieserSinn fassen konnte; die Empfindung derLust und Unlust dabey war nichts anders, alseben das Gefühl des Wahren und Guten, daß derZweck deS diencndcn Organs, nämlich die Erhaltungunsres Wohlseyns, die Abwehrung unsres Schadenserreicht sei). Spricht die Kritss anders?
B. Anders. Sie unterscheidet „drey specifischeArten des Wohlgefallens , das Angenehme,Schöne und Gute. Dies seyn drey verschie-dene Verhältnisse der Vorstellungen zum Gcsüblder Lust und Unlust, in Beziehung, auf welcheswir Gegenstände oder Vorstellungen von einanderunterscheiden. Was das Interesse der Neigung bcymAngenehmen betrifft, so sagt Jedermann: Hungerist der beste Koch, und Leuten von gesundem Appe-tit schmeckt Alles, was nur eßbar ist; mithin be-weiset ein solches Wohlgefallen keine Wahl nach