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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
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Dom Angenehmen

be dies aber dem Ekel einen Freyheitsbricf und eineRuhestätte in der Gesellschaft. Wo Kerker undKrankenhäuser, wo Straßen und Gaffen, Hauser,Schulen und Tempel Wohnungen des Ekels sind, wobleibt Staaken und Städten der Name nicht etwaeiner cultivirten, sondern nur einer aus Unrat!) undansteckenden Dünsten hervorgctretcnen Menschheit?Zarte Organisationen, Schwangere zumal, könnensich dieser Eindrücke nicht erwehren, die sich sodannin angebohrnen MiSgefühlen, in Jdiosynkrasieen,oder gar in unseligen Abdrücken auf Ungebohrneverbreiten. Und gab' uns die Natur dagegen nichtallenthalben einen unkostbaren Balsam? ReinesWasser, frische Luft, freien und reinen Athem. Werdarf diese, eine gemeinsame Himmelsgabc, Krankenund Gefangenen entziehen? wer darf sie Kindern,öffentlichen Versammlungen, wer mag sie sich selbstweigern? Labung ist Wasser dem Körper; Erqui-ckung der Seele selbst ist die erfrischende Lust, einreiner Himmels - Athem.

B. Auch hierinn übertrcffen uns manche mor-genlandische Völker, wie ihre Lebenurt und Dicht-kunst zeiget. In den Bildern dieser umfließen unskühle Welle», in ihnen wehen crquickenoe Lüste ;ihre Phantasie wohnt, wie eine Pcri, auf den Zwei-gen der Baume, wo sie vom Blumcndust und derAmbrosia reiner Früchte lebet. Fast immer habengeistige Menschen angenehme Gerüche gelicbet; derAthem einer Frucht erquickt sic mehr, als andre dasZermalmen derselben zur Speise. Im eigentlichenSinn kosteten sie den .Wein des Lebens in seinerFrische, nicht in seiner Neige. Dem Geruch ent-