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Zur Philosophie und Geschichte Theil 15 (1820) Kalligone
Entstehung
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seine Folgen so unhinterkreiblich, seine Wirkungenansteckend sind. Wir kennen Ekel erregen, abernicht dämpfe» ; der Einbildungskraft bleibt er oftunaustilgbar. Allenthalben sehen wir's also als denersten Schritt zur Eultur an, daß ein Mensch, eineGesellschaft, eine Hausgenoffenschaft, eine Nationdas Ekelhafte vermeidet.

A. Und welches wäre das Erste dieser Art?Hatte die Natur uns darinn einen Weg gewiesen?

B. Ohne Zweifel. Was sie selbst von unsermKörper absondert, zeiget sie damit als unbrauchbar,mir ihm ferner unverträglich. Ein Mensch, der,worinn cs auch sei), seinen Unrath an sich trägt, derihn auch nur nennet, ist andern Menschen zum Ekel-So manche falsche Ziererey die feinere Sprache derGesellschaft sich eigen gemacht haben möge; dieVorsicht ist nie Ziererei, die durch Worte und Bil-der unfern Geruch zu beleidigen fürchtet. Höchst an-ständig ist's, wenn sich eine Sprache in dergleichenAusdrücken gleichsam gewaschen und polirl hat. Man-che morgcnländische, manche sogenannt wilde Natio-nen übertrcffen uns in diesem Euphemismus weit:sie errötheten oft über Fragen und Scherze der Euro-päer, die sic dann für Ungewaschene, Ungcbadcte>für unreine Thicre hielten.

A. Wie aber? wenn eine höhere Pflicht es fe-dert, sich dieses zarten Gefühls zu entwöhnen?

E. Sobald diese es fodert, wird ihm Mannund Weib entsagen können; im Gefühl des Hel-dcnmuths, der Liebe und Andacht bezwangen die zar-testen Weiber das Widrige am kühnsten. Nicht ge-