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Keine Ausschweifungen sollten strenger geahndet wer-den, als wo diese Heiligkeit der Sitten, gegen wel-ches Geschlecht es st», verletzt oder untergrabenwird. Sie verdunkeln nicht nur den Glanz einerSchule, sondern sind für den Jüngling selbst einfressendes Gift auf sein ganzes Leben. Wenn inAllem der Jugend Nachsicht gebührte, in Fehlerndieser Art nie: denn nichts ist in einer Schule an-stößiger und ärgerlicher als eine Beleidigung der hei-ligen Zucht, des Anständigen, des Edlen.
2 . Soll in Schulen die Regel des Anständi-gen, des Sittlichen dem jungen Mann auf seinganzes Leben eingebildet werden; wohlan! sowerde sie und zwar in Allem eingebildet, diese hei-lige Regel! Ihr lauft in das Theater, ihr jungenLeute, wozu? was seht und höret ihr da? Gutesund Schlechtes, Verderbliches eben sowohl, was denVerstand verrückt und den Geschmack verweichlichtoder verwildert, als in andern Stücken, was fürVerstand, Geschmack und Sitten auch Muster stvnkann. Esset ihr alle diese gesunde und ungesundeFrüchte durcheinander, sehet ihr Alles ohne das feineHaar der Dioptern, und nehmt es in Bausch undBogen durcheinander — weh Euch! denn leiderkann man nicht sagen „unser Theater ist heilig!Die Vorbilder und Grundsätze der Alten sollten eucheben auch hierüber unverletzbar-heilige Regeln ge-ben. Den Sinnen soll nichts gefallen, was derVerstand verwirft, was die Sittlichkeit durch ein^>rouu1 ^rokuirum! verbannet und ausschlicßt.
Ihr leset viel und vielerlei durcheinander! Im-xrostus lador, wenn es ohne Regel geschieht, ohne