Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
253
Einzelbild herunterladen
 

S o p h c o n. 253

still, sein Grund ist rein wie die Quelle, sein Herzstillchatig, der Mühe geduldig.

Ein zerknüttertcr Bogen Papier, was ist erwcrth? was kann man aus ihm machen? Ein 'ganzes, reines, Helles Blatt, es lockt, das beste undnur das beste darauf zu schreiben. So die Seeledes Jünglings.

Alle eigentliche Wissenschaften laden zum Samm-ler! der Gedanken, der Ruhe ein. Mathematik ge-bietet solche; in ihr folgt aus Einem oder WenigemA l l e s, ssehr bestimmt gradweise; und alles kehrtzu Einem zurück; das Unendliche und Unassignablezu Eins, dem Bestimmten. Die Natur ist Ord-nung; ihre Wissenschaft ladet uns zur bestimmte-sten G edanken folge ein, zu Bemerkung ihrerGesetze- ihrer Kräfte, des Fortgangs dieser Kräftein einem ewigen Kreise. Unser Leben, der kleineenge Zirkel, schrankt uns auf einen kleinen Punktein, der wir selbst sind; jetzt mit Radien und Be-strebungen, denen wir nicht entweichen können, dannaber auch nicht mehr, es beginnt ein andrer Zirkel.Beschränkung auf uns ist unsre Pflicht; das ewigeaus uns laufen ist uns aus keinen Fall weder cr-sprieslich noch geboten. Also gebe man mit Weni-gem und in Wenigem viel, Vieles in Einem.

Weshalb ich dies Thema zum Eingänge desExamen gewählt? Die Ursache, dünkt mich, liegtam Tage, r) Wir leben in einer kleinen Stadt,in der sich so Viel und Vielerley zusammendrangt,was man sonst selten bcysammen findet; Allcrleykömmt dem Jünglinge vor, das ihn reizt, das ihnverführt. Er nascht von allem und verderbt