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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
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S o p h r o >i.

sic den Geschmack so weit von der Weisheit in Füh-rung des Lehens abgesondert, daß man glauben soll-te , es seycn lauter Geister u priori, körperlose Pe-ris, die auf den Blüthen der Baume von himmli-schem Thau leben. Dem ganz und rein Nutz-losen jagen sie nach, weil in ihm die reinste Kunstwaltet; ohne Eingeweide; ohne Herz, ohne Leben.

O Horaz, und ihr Weisen des Alterkhums, sodachtet Ihr nicht! Auf jetnm Blatt deiner unsterb-lichen Sermonen und Briese sagst und wiederholstdu, edler Römer: c^uick vsrurn uckczus cksusns,nuro st roAo, et oninls in Uno surn. Aufjedem Blatt wiederholst du:was man treibt, treibeman recht!" Laders aucle! Man suche, waswahr und daurend und aufs edelste glücklich macht,dem schenke man unabläßigen Fleiß, Studium undKräfte. Edler Römer, werde ein Handbuch derJünglinge! Sprich freundlich zu ihnen in deinenSermonen; schreibe deine Briefe in ihr Herz; singedeine Oden in ihre Seele!

Wozu lesen wir die Alten, als daß ihre hoheEinfalt, ihre gründliche Würde, ihr gefetzter Gang,ihr ruhiger, weiser, tiefer Geschmack sowohl im Ler-nen, als im Handeln und Leben unser Vorbild wer-de ? Majestätisch schreitet Homer einher, ruhig dieDinge anschauend und erzählend, nie aus sich selbstgejagt, nie verworren in Grundsätzen und Bildern.Einfach schreitet das griechische Trauerspiel einher,abwägend Gesinnungen und Charaktere, Umständeund Glück, auf jeden Mißtritt, auf jeden Uebcr-schwung der Waage merkend. Ruhig wandelt derGeist der bessern und besten Weisen Griechenlands